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Einweg-Kommunikation?

1903 sendete der Präsident der Vereinigten Staaten, Theodore Roosevelt, als erstes Funktelegramm überhaupt ein Grusswort an den britischen König Edward VII. über den Atlantik. Wurde damit das Kommunikationszeitalter eingeläutet? Wohl kaum, schliesslich ist die Kommunikation – ausgehend von der ursprünglichen Verständigung von Mensch zu Mensch – wohl so alt wie die Menschheit und führte von den Rauchzeichen über Trommelklänge zu Meldeläufern, Postkutschen, Telegraf, Telefon bis hin zu den heutigen Telekommunikationsmöglichkeiten.

Daniel Friedrich

Daniel Friedrich

Ob Theodore Roosevelt auf sein Funktelegramm hin eine Antwort erhielt und ob daraus eventuell ein längerer Austausch von Meinungen entstand, entzieht sich meiner Kenntnis. Zu einer guten Kommunikation gehört aber immer ein Gegenüber, das reagiert, Stellung bezieht, sich einverstanden erklärt oder sich wehrt und eigene Gesichtspunkte einbringt. Funktioniert dieses Hin und Her so, dass beide Seiten aufeinander Bezug nehmen und aufeinander eingehen, spricht man von funktionierender, guter Kommunikation.

 

 

 «Zu einer guten Kommunikation ge­hört aber immer ein Gegenüber, das reagiert, Stellung ­bezieht, sich ein­verstanden erklärt oder sich wehrt und eigene Gesichtspunkte einbringt.»

 

Mit unserem Magazin «profi-L» befinden wir uns insofern in der Tradition von Roosevelt, als wir Informationen und Botschaften aussenden: Wir verschicken dreimal jährlich über 60000 Magazine an (hoffentlich) interessierte Leserinnen und Leser. Aus unserem engeren Umfeld erhalten wir dazu oft kleinere und grössere Rückmeldungen. Sehr selten trifft ein Leserbrief ein, und noch viel seltener greift jemand zum Telefon und ruft uns direkt an. Beides würden wir sehr schätzen. Wir wären nämlich interessiert zu hören oder zu lesen, wie unsere Gedanken zu einem pädagogischen und/oder didaktischen Thema die Welt der Schule berühren.

Gerne würden wir die bisherige Einweg-Kommunikation ausweiten und euch allen zurufen: Greift zur Feder, meldet euch, wenn ihr einverstanden, nicht einverstanden, wütend, empört, bestätigt, angeregt, unterstützt, beleidigt, heraufgefordert, entsetzt, angewidert, beglückt… seid. Die Plattform dazu ist eröffnet!

Im vorliegenden Magazin wollen wir nicht primär über die Kommunikation an sich sprechen, sondern über die Kommunikationskultur bzw. Kommunikationskulturen. Wie gut die Kommunikationskultur innerhalb einer Schule ist, zeigt sich bereits im Kleinen, z.B. darin wie Lehrerkolleginnen und -kollegen miteinander oder übereinander reden, ob der Informationsfluss geregelt ist, ob alle Beteiligten in einem Lehrerkollegium rechtzeitig und umfassend über organisatorische, inhaltliche und fachliche Änderungen informiert werden, ob es Tabuthemen gibt oder wie mit Lob und Kritik umgegangen wird.

Mit dem Aufbau einer guten Kommunikationskultur kann jederzeit begonnen werden, und die Arbeit daran hört nie auf. Wir hoffen, dass Sie in den nachfolgenden Artikeln dazu einige Anregungen finden.

Daniel Friederich

 

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