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Körper und Lernen

«Der Körper ist mehr als ein Stativ für den Kopf»

Der neue Titel aus der Reihe «Impulse zur Unterrichtsentwicklung» zeigt Wege auf, wie mit Be­wegung, Körperwahrnehmung und Raumorientierung das Lernen unterstützt werden kann.

Der Körper ist mehr als ein Stativ für den Kopf» – diese Aussage (nach Uwe Pühse) ziert das Titelbild der neuen Publikation von Dominique Högger, dem Leiter der Beratungsstelle für Gesundheitsbildung und Prävention der Pädagogischen Hochschule FHNW. Der Körper ist gleichzeitig Voraussetzung wie Potenzial für das Lernen. Schon Sitzen und Schreiben verlangen nach körperlichen Voraussetzungen. Kognitive Tätigkeiten wie beispielsweise Rechnen bauen auf Raumwahrnehmung und entsprechenden körperlichen Erfahrungen auf. Zahlreiche Praxisvorschläge für den Sach-, Sprach- und Mathematikunterricht auf allen Schulstufen zeigen, wie Körper- und Raumwahrnehmung zum kognitiven Lernen beitragen. 

 
Die Kapitel 1 und 2 wollen dazu ermuntern, die Bedeutung der körperlichen Betätigung für die gesamte Entwicklung der Kinder zu anerkennen und Kinder entsprechend vielfältig zu fördern. Die Leserinnen und Leser werden das Potenzial der körperlichen Betätigung für die Entwicklung der Kinder nutzen und Kinder entsprechend zu fördern wissen. Und sie werden individueller auf Kinder und Jugendliche eingehen können, die in der Schule an ihre Grenzen stossen und die mit einer stärkeren Berücksichtigung ihrer körperlichen Voraussetzungen angemessener unterstützt werden können. 
 
Die Kapitel 3 und 4 enthalten eine Fülle von Praxisideen für die Verbindung des kognitiven Lernens mit Formen der Bewegung, Körperorientierung und Raumwahrnehmung. Neu ist dabei die Verknüpfung des Begriffs «Anschauungsmittel» mit den Möglichkeiten der Körper- und Raumwahrnehmung. Damit kann das Potenzial dieser Lernformen präziser beschrieben und gezielter ausgeschöpft werden. Was bisher oft summarisch als «bewegtes Lernen» beschrieben worden ist, erhält hier eine theoretische Fundierung und rückt damit stärker an Überlegungen der Fachdidaktik heran. Körper- und raumorientierte Anschauungsmittel sind eine Erweiterung des bestehenden Methodenrepertoires. Angesichts der Heterogenität der Schülerinnen und Schüler, angesichts der Abstraktheit und damit schwierigen Nachvollziehbarkeit bestimmter Lerninhalte soll diese Erweiterung dazu beitragen, mehr Kindern und Jugendlichen ein lustvolles und erfolgreiches Lernen zu ermöglichen.
 
Zwei Praxisvorschläge für unterschiedliche Stufen und Fächer.
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